Amphibienschutz BN Haßberge

Amphibien Erfassung Haßberge 2017

- Start in den nächsten Tagen -

 

 

Krötenwanderung: 700.000 Amphibien gerettet!

Mit Ausnahme der Alpensalamander müssen alle heimischen Amphibien wandern. Jahr für Jahr pendeln sie zwischen Land und Wasser hin und her. Der BUND Naturschutz (BN) hilft ihnen dabei: Während der sogenannten Krötenwanderung, bei der natürlich nicht nur Kröten, sondern auch unzählige Frösche und Molche unterwegs sind, retten Ehrenamtliche jährlich etwa 700.000 Amphibien vor dem Straßentod. Es ist die größte Artenschutzaktion im Freistaat.

Mit den ersten warmen Frühlingstagen machen sich ab Anfang März oder April die ersten Kröten, Frösche und Molche auf den Weg zu ihren Hochzeitsplätzen. Obwohl die Nächte noch eisig sind, haben die Lurche „Frühlingsgefühle“. Mit Ausnahme der Alpensalamander wandern alle heimischen Lurcharten dann zu artgerechten Fortpflanzungsgewässern, um sich dort zu paaren und zu laichen. Wann es so weit ist, verrät ihnen eine Art innerer Uhr. Hormone versetzen sie in Wanderstimmung. 

Vor allem, wenn warmer Regen fällt, verlassen die Amphibien in großer Zahl ihre Winterquartiere. Jahr für Jahr kommt es deshalb im Frühling zu Massenwanderungen von Frosch, Kröte & Co. Wie lange das Phänomen andauert, ist von Art zu Art verschieden und variiert von wenigen Tagen bis hin zu einigen Monaten. Sind die Lurche am Gewässer angelangt, beginnt die Paarung.

Überall in Bayern werden deshalb bereits im Februar und März entlang von Straßen Amphibienzäune aufgebaut. Sie hindern die Tiere daran, im „Hormonrausch“ auf die Straße zu hüpfen oder kriechen. Die Amphibien suchen dann entlang der Zäune einen Durchschlupf und landen schließlich in Eimern, die in regelmäßigen Abständen ebenerdig im Boden versenkt wurden. Auch zahlreiche andere Kleintiere wie Eidechsen werden hierdurch gerettet.

Der Auftrag: Molche, Kröten und Frösche retten!

Dann schlägt die Stunde der Krötenretter: Die freiwilligen Helfer des BUND Naturschutz sind in dieser Zeit an rund 450 Straßenabschnitten im Einsatz. Sie befreien die Amphibien aus ihrer misslichen Lage und bringen sie wohlbehalten über die Straße. Das rettet jährlich etwa 700.000 Amphibien das Leben! „Wir wissen heute, dass ohne dieses Engagement viele Amphibienpopulationen ausgestorben wären. Unser Dank gilt daher besonders den Menschen, die sich nicht selten über viele Jahre hinweg engagieren!“, sagt Kai Frobel, Artenschutzreferent des BN. Mit rund 6.000 Helfern handelt es sich um die größte ehrenamtliche Artenschutzaktion in Bayern.

Selbst mithelfen

Vorab eine Bitte: Wenn Sie Amphibien retten wollen, vergessen Sie nicht Ihre eigene Sicherheit! Sammeln Sie nicht spontan bei Nacht und Regen Tiere von der Straße! Gerade beim Amphibienschutz muss an die eigene Sicherheit gedacht werden. Weitere Tipps und Hinweise finden Sie auf der Amphibien-Webseite des BN. Der BUND Naturschutz sucht immer Unterstützung für bestehende oder sich gründende Helfergruppen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Nur Freude an der Natur und eine gewisse Wetterfestigkeit dank geeigneter Kleidung, denn die Amphibien wandern am liebsten bei Regen und Nachttemperaturen von über fünf Grad.

Meldungen zum Amphibienschutz aus den Vorjahren

Amphibienschutz 2006

Haßfurt/Ebern 30.03.2006
Die Wetterprognosen für das kommende Wochenende lassen die freiwilligen Helfer des Bundes Naturschutz (BN) im Landkreis Haßberge aufhorchen. Steigende Temperaturen, frostfreie Nächte und Regenfälle werden angekündigt. Alles deutet darauf hin, dass in den kommenden Nächten die ersten größeren Wanderungen von Kröten, Fröschen und Molchen an den Straßen im Landkreisgebiet zu erwarten sind.
„Der ungewöhnlich lange Winter mit Nachtfrost und reichlich Schnee hat die Amphibienwanderungen in diesem Frühjahr stark nach hinten verschoben. Wenn es jetzt los geht, dann sicher ganz massiv und unsere Aktiven haben alle Hände voll zu tun.“ beschreibt Jürgen Thein, Diplombiologe beim BN und Verantwortlicher für die Schutzmaßnahmen, die aktuelle Situation. Seit gut zwei Wochen sind die Zivildienstleistenden und Mitarbeiter des BN zwischen Allertshausen im Nordosten und Geusfeld im äußersten Südwesten des Landkreises unterwegs und stellen die bekannten Schutzzäune aus Plastikgewebe auf.

Insgesamt 14 Straßenabschnitte werden von den Naturschützern betreut (siehe Karte).

Im Bereich dieser Wanderstrecken werden die Autofahrer in den nächsten Wochen gebeten, äußerst vorsichtig zu fahren, um sich selbst und die Helfer nicht zu gefährden. Die Warnschilder mit dem Frosch haben die Straßenbaubehörden bereits aufgestellt. Besonders weist der BN auf die gelegentliche Straßensperrung zwischen Unterschleichach und Tretzendorf in Nächten mit massiven Wanderungen von Erdkröten und Fröschen hin. Die Umleitungsstrecken sind ausgeschildert. Wie in den Vorjahren rechnet der BN mit dem Verständnis der Verkehrsteilnehmer. Wer in diesen Nächten nicht unbedingt fahren muss, sollte sein Auto einfach stehen lassen. Zu Fuß ist es jederzeit möglich, sich ein Bild von den z. T. immensen Zahlen von Lurchen auf und an den Straßen zu machen und den dringenden Bedarf für Schutzmaßnahmen beurteilen zu können.
Erfreulicherweise haben sich im letzten Jahr wieder einige neue Helfer bereit erklärt, bei der Betreuung der Zäune und der Straßensperrung zu helfen. Auch in den nächsten Wochen sind die Zaunverantwortlichen wieder auf die Mithilfe aus der Bevölkerung angewiesen. Wer Interesse hat selbst einmal den einen oder anderen Frosch oder Molch sicher auf die andere Straßenseite zu bringen, kann sich beim BN in Hassfurt (Tel. 09521/7113) melden und wird von dort an die zuständigen Betreuer weiter vermittelt.

Amphibienschutz 2005

FT 17.02.2005 Die Wanderung soll nicht in den Tod führen
Bund Naturschutz bereitet die Schutzmaßnahmen für die Amphibien im Landkreis vor
KREIS HASSBERGE. Nicht mehr lange wird es dauern, dann werden an vielen Stellen im Kreis Haßberge wieder Kröten und Frösche auf ihrem Weg zu ihren Fortpflanzungsgewässern die Straßen überqueren. Zu der Vorbereitung der bevorstehenden Amphibienschutzmaßnahmen lädt der Bund Naturschutz (BN) alle Mitglieder und freiwilligen Helfer zu einem Treffen am Freitag, 18. Februar, ab 18 Uhr in das Hotel „Walfisch“ nach Haßfurt ein.
Auch wenn der Winter nach dem Abzug des Hochwassers wieder in den Landkreis zurückgekehrt ist und nicht einmal bei Kröten und Lurchen so recht Frühlingsgefühle aufkommen wollen, machen sich die Naturschützer schon jetzt bereit für ihren bevorstehenden Einsatz zum Schutz der gefährdeten Kröten, Frösche und Molche. Die über 20-jährige Erfahrung bei der Rettung der Amphibien vor dem Straßentod hat gezeigt, dass ab Mitte März in lauen, regnerischen Nächten mit der Massenwanderung von Erdkröte und Grasfrosch zu rechnen ist.

In manchen Nächten sind dann gleichzeitig viele hundert Tiere gleichzeitig auf dem Weg zu den Laichgewässern. Dort, wo Straßen die angestammten Wanderwege der Tiere kreuzen, sind die BN -Aktiven gefragt. An insgesamt 13 Standorten im Landkreis (siehe Karte) werden sie auch in diesem Jahr Schutzzäune aufbauen, um die Tiere am Straßenrand abzufangen, in Eimern einzusammeln und dann sicher auf der anderen Straßenseite auf ihren weiteren Weg zu Teichen und Weihern der Umgebung zu schicken. Alle Autofahrer werden gebeten, in den kommenden Wochen bei nächtlichen Fahrten besonders Acht auf wandernde Amphibien und vor allem auf die freiwilligen Helfer zu geben. Alle Wanderstrecken sind deshalb auch mit Warnschildern ausgestattet. Straße wird gesperrt Im Naturschutzgebiet „Tretzendorfer Weiher“ zwischen Unterschleichach und Tretzendorf gibt es die größten Amphibienbestände im Landkreis. Ein effektiver Schutz durch das Aufstellen von Fangzäunen ist dort nicht zu praktizieren, da auf der gesamten Strecke zwischen Unterschleichach und Tretzendorf in den geeigneten Nächten Tausende von Kröten, Fröschen und Molchen gleichzeitig unterwegs sind. Deshalb wird der Amphibienschutz dort seit Jahren auf eine andere Art und Weise betrieben. Vom 15. Februar bis 31. Mai darf die Staatsstraße in Nächten mit Amphibienaktivität ab 19 Uhr bis zum nächsten Morgen um 5 Uhr total gesperrt werden. Schon bald wird das Straßenbauamt Zeil wieder die großen Umleitungsschilder aufstellen. Die Amphibienschützer der BN-Ortsgruppe Eltmann/Steigerwald übernehmen in Zusammenarbeit mit der Polizei in Haßfurt die Sperrung. Umleitungsmöglichkeiten bestehen über Hummelmarter und Eltmann. Die Autofahrer werden um Verständnis für den Umweg gebeten. Zur Vorbereitung der Amphibienschutzaktivitäten, die von den Mitarbeitern der BN-Geschäftstelle in Haßfurt koordiniert werden, findet am Freitag die Vorbesprechung statt. Dort werden wichtige Informationen zur Organisation und zur Sicherheit erörtert. Das Treffen dient darüber hinaus dem Erfahrungsaustausch zwischen den aus dem ganzen Landkreis stammenden Helfern. Weitere Helfer gesucht „Wir sind dringend auf der Suche nach freiwilligen Helfern. Ohne die Hilfe weiterer ehrenamtlicher Aktiver stehen die Schutzmaßnahmen in den nächsten Jahren nur noch auf wackeligen Beinen. Schon viele Straßenabschnitte, die früher regelmäßig betreut wurden, mussten in den letzten Jahren mangels Personal aufgegeben werden. Derzeit bewältigen wir nur noch die absoluten Brennpunkte im Landkreis. Diese dürfen auf keinen Fall aufgegeben werden.“ Mit diesen Worten appelliert der BN-Kreisgeschäftsführer