Haßfurt - Der Storch soll wieder heimisch werden

FT 08.04.2010 Der Storch soll wieder heimisch werden

In der Mainaue in Haßfurt steht ein ausgedienter Strommast, der die Vogelfreunde elektrisiert: Er wurde zu einer Nisthilfe für Meister Adebar umgestaltet. Die seltenen Tiere sind oft hier zu Gast, machen aber stets wieder die Flatter.

 


Beim „Richtspruch“ nach getaner Arbeit an der Storchennisthilfe (von links):
Friedrich Müller, Toni Schenk, Berthold Albert, Dietmar Will, Manfred Hußlein, Michael Trapp, Gertrud Preiser und Günter Krause

Haßfurt - Wer seinen Osterspaziergang in die Mainaue bei Haßfurt gelegt hatte, hat es vielleicht schon gesehen: das neue künstliche Storchennest nahe dem Vogelbeobachtungsturm des Life-Natur-Projekts.
Am Großen Wörth, auf einem zehn Meter hohen ehemaligen Strommast, haben ehrenamtliche Naturschützer eine Nistplattform für Weißstörche und andere Großvögel angebracht. Für Dietmar Will, den Agenda 21-Beauftragten der Stadt Haßfurt, ist die Maßnahme, die auf eine Initiative von Toni Schenk aus der Projektgruppe „Stadt, Land, Fluss“ zurückgeht, ein Paradebeispiel für bürgerschaftliches Engagement. Die Stadt Haßfurt musste lediglich für die Materialkosten aufkommen.
Einen Teil der Kosten für die Verzinkarbeiten übernahm der Landkreis Haßberge. Die Fundamentgrube hoben Manfred Hußlein und Dietmar Will aus.
Akribisch geplant
Die notwendigen Statikberechnungen und einen Bewehrungsplan für das Fundament besorgte das Haßfurter Ingenieurbüro Perry Alka über Nacht und kostenlos. Federführend bei der praktischen Umsetzung waren Toni Schenk (Bund Naturschutz und Landesbund für Vogelschutz), Friedrich Müller (Naturfreunde Haßfurt) und Günter Krause, die in unzähligen Stunden und mit viel handwerklichem Geschick die Bewehrung für das Betonfundament, die massive Halterung für den Mast und den Nistkorb anfertigten. Wichtige Hilfe bei den Betonarbeiten am Fundament erhielten sie durch den örtlichen Jagdpächter Hermann Degel. Den ausgedienten Strommast spendierte das Haßfurter Stadtwerk. Dessen Mitarbeiter Berthold Albert und Michael Trapp stellten den Mast schließlich auch in die Halterung und hoben die Nistplattform auf den Mast. Gertrud Preiser motivierte die Helfer mit Brotzeiten. Durch die Nisthilfe soll der Landkreis Haßberge gerade im offiziellen Jahr der Biodiversität für den Weißstorch noch attraktiver gemacht werden. Vielleicht lässt er sich nach beinahe regelmäßigen Stippvisiten im Frühjahr und im Herbst ja einmal dauerhaft zur Brut nieder. In einem nächsten Schritt möchten die Storchen-freunde noch eine Nisthilfe auf einem entsprechend geeigneten Gebäude anbringen.

Die Störche waren bis in die 60er Jahre in größeren Stückzahlen im Landkreis Haßberge heimisch. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft und die Erschließung des Maintals ließ ihren Lebensraum immer kleiner werden. Die früher ausgedehnten Talwiesen mit ihren Amphibien waren ihr Jagdrevier.