Wanderung „Von Trittstein zu Trittstein“

Wanderung „Von Trittstein zu Trittstein“Ebrach - Der Bund Naturschutz Bamberg unternimmt am Samstag, 18. März, die Wanderung „Von Trittstein zu Trittstein“ bei Ebrach. Der Treffpunkt ist um 13 Uhr der Wanderparkplatz am westlichen Ortsende von Ebrach nahe dem Naturbad. Altholzinseln, Habitatbaumgruppen und Waldrefugien sind kleine, aus der Nutzung genommene Inselchen im Wirtschaftswald. Im Forstbetrieb Ebrach werden diese Flächen Trittsteine genannt. Sie gelten laut Forstbetrieb als Musterbeispiel des Prinzips schützen und nützen. Ob das der Fall ist, will der Bund Naturschutz bei der Wanderung von Trittstein zu Trittstein erkunden. Sechs Trittsteine zwischen Ebrach und dem Handthal sind das Ziel. Die Wanderung dauert etwa drei Stunden. Nähere Informationen gibt es beim Freundeskreis Nationalpark Steigerwald, Ruf 09553/989042

Faire Chance für den Steigerwald!

Der Steigerwald soll beim aktuellen Suchprozess zum dritten Nationalpark berücksichtigt werden! Diese Petition appelliert an die Landräte, Oberbürgermeister und die Kommunalpolitiker/innen in den Landkreisen Bamberg, Hassberge und Schweinfurt und den Städten Bamberg und Schweinfurt sich bei der Bayerischen Staatsregierung für eine Gleichbehandlung des Steigerwaldes einzusetzen.

 

Machen Sie mit und bringen Sie sich bei der Petition mit ein!

Bitte hier klicken! www.ja-zum-nationalpark-steigerwald.de/mitmachen.html

 

 

 

08.12.2014 Offener Brief an MdL Steffen Vogel

Aufgrund der Äußerungen des für den Landkreis Haßberge gewählten MdL Steffen Vogel (CSU) bei der Sitzung des Bayerischen Landtags am 27.11.2014 zu einem möglichen Nationalpark Steigerwald, nahmen Dr. Klaus Mandery, der 1. Vorsitzende des BN Haßberge, Jörg Röder der Ehrenvorsitzende und Ludwig Rehm der 2. Vorsitzende am 08.12.2014 mit einem "offenen Brief"  dazu Stellung.

Stellungnahme im Wortlaut als PDF-Datei

 

 

 

 

 

Busfahrt in den Nationalpark Hainich

Busfahrt in den Nationalpark Hainich
am 5. August 2012

Der Bund Naturschutz Haßberge lädt am 5. August Interessierte aus den Haßbergen herzlich zu einer abwechslungsreichen Tagesexkursion in den Nationalpark Hainich ein. Ein Teil der Buchenwälder im Thüringer Nationalpark Hainich wurde im Jahr 2011 zum Weltnaturerbe der UNESCO erklärt.
Zustiegsmöglichkeiten bestehen in Untersteinbach (Rauhenebrach, 7 Uhr) und Gerolzhofen (7.30 Uhr).
Rückankunft im Steigerwaldgebiet ist voraussichtlich 21 bzw. 21.30 Uhr.
Die Abfahrtzeiten können sich noch geringfügig ändern, deshalb ist eine verbindliche Anmeldung erforderlich.
Auf dem Programm stehen eine rund zweistündige Wanderung durch alte Laubwälder des Weltnaturerbegebietes (wer schlecht zu Fuß ist, kann eine kleinere Runde laufen) und eine Besichtigung des neu eröffneten Wildkatzendorfes. Nach Kurzvorträgen von Vertretern der Kommunalpolitik und des örtlichen Tourismus besteht die Möglichkeit zur Diskussion über die Auswirkungen von 15 Jahren Nationalpark auf die Region.
Das Mittagessen findet aus dem Rucksack statt, es besteht vor Ort auch die Möglichkeit, einen kleinen Imbiss zu kaufen.
Anmeldung und nähere Informationen sind unter der Telefonnummer

0911/8187 8-21
oder per mail an
ursula.erlwein-blassl@bund-naturschutz.de
möglich.
Für die Teilnehmer fallen an diesem Tag keine Fahrtkosten an, Kosten für Verpflegung und Eintritt in das Wildkatzendorf (Kinder unter 6 Jahren frei, Erwachsene 4,50 Euro) müssen selbst getragen werden

Leserbrief zu Weltnaturerbe Steigerwald

FT 2011 07 05 Andere sind schon weiter
Leserbrief zum Thema Weltnaturerbe und Steigerwald

Die Auszeichnung von fünf deutschen Buchenwaldregionen (insgesamt 4400 Hektar) zum Weltnaturerbe wird in den betroffenen Regionen mit Begeisterung zur Kenntnis genommen. Dieser Titel würdigt den außergewöhnlichen und universellen Wert einer Landschaft und ist die höchste Auszeichnung der Unesco für einen Naturraum.

Der Steigerwald ist nicht dabei, weil hier scheinbar manches anders läuft und der Wert des Waldes hier unterschiedlich beurteilt wird. Man kann nicht sagen, es gehe nur um Stammholz und Brennholz, schließlich liefert der Wald noch andere Dinge. Wild zum Beispiel oder Pilze. Schwieriger wird es bei einer Bewertung, wenn es um Werte geht wie Wasser, frische Luft oder Dienstleistungen wie Erholung und das Erscheinungsbild der Landschaft. Die gibt es umsonst. Das lernt man schon als Kind in der Schule spätestens beim ersten Waldausflug vom Förster. Wie auch immer – im Vordergrund der Betrachtung steht der Nutzen für den Menschen, und zwar möglichst uneingeschränkt. Darüber hinaus dem Wald einen Wert für sich zuzugestehen, geht jedoch für viele zu weit – da wird man schnell in die ideologische Ecke gestellt.

Unterschiedliche Sichtweisen zum Thema Weltnaturerbe lassen sich bei unseren Lokalpolitikern, auch parteiintern, in den fränkischen Regierungsbezirken finden. Fast schon ein Spiegelbild der unwürdigen Auseinandersetzung um den Steigerwald in der Region. Könnte es sein, dass sich die Diskussion immer mehr nach München verlagert, weil sich die Franken in eigener Sache nicht einigen können? Vielleicht besser so, könnte man anmerken, schließlich handelt es sich ja auch nur um Staatswald, und der gehört allen Bürgern in Bayern.

Doch sollte die Diskussion eigentlich in Franken ausgetragen werden, denn hier gehört sie hin. Wenn man sich denn offen und sachlich mit dem Thema auseinandersetzen würde, wie von alle Beteiligten ständig gefordert.

Vorbilder

Anderswo ist man da schon weiter. Die positiven Reaktionen in den fünf Waldregionen sind ein Beweis für ein funktionierendes Miteinander. Die Menschen sind stolz auf diese Anerkennung und stoßen auf ihre Heimat miteinander an. Dort hat man den Wert des Waldes um einen Faktor erweitert – um seiner selbst Willen, man nutzt Teile der Wälder nicht mehr und profitiert dennoch davon.

Die Buchenwälder im nördlichen Steigerwald sind das Beste ihrer Art, was Bayern zu bieten hat, darin sind sich alle Fachleute einig. Als gebürtiger Steigerwälder wünsche ich nur, auch irgendwann auf meine Heimat mit dem Titel „Weltnaturerbe Nördlicher Steigerwald“ anstoßen zu können.
Andreas Kiraly
Hummelmarter 3
97514 Oberaurach

22. Mai - Wanderungen am Tag der biologischen Vielfalt

Gemeinsam wandern -
Vielfalt erleben im Nordsteigerwald

 

Die Kreisgruppe des Bundes Naturschutz Hassberge lädt zusammen mit dem Freundeskreis Nationalpark Steigerwald für Sonntag, den 22. Mai zu Wanderungen im Nördlichen Steigerwald ein. Die Wanderungen finden anlässlich des Internationalen Tags der biologischen Vielfalt „Gemeinsam wandern – Vielfalt in Wäldern erleben!“ statt. Die Veranstalter laden die örtliche Bevölkerung und Besucher aus nah und fern herzlich ein, die Vielfalt der großen Laubwälder im Steigerwald zu erwandern und zu erleben. Im Steigerwald gibt es noch Inseln uralter Waldbestände, die von deutschlandweiter Bedeutung für den Naturschutz sind, einzigartig in Franken und Bayern. Im Landkreis Hassberge starten 2 der insgesamt 7 Wanderungen, jeweils um 13.00 Uhr.

 

Wanderaktion des Bundesumweltministeriums und Bundesamts für Naturschutz

Unter dem Motto „Gemeinsam wandern – Vielfalt in Wäldern erleben“ soll am 22. Mai gemeinsam mit interessierten Wanderern die Vielfalt der Wälder im Steigerwald erkundet werden. An diesem Tag wollen die Veranstalter darauf aufmerksam machen, dass die großen Laubwälder im Steigerwald mit ihren Inseln uralter Waldbestände von deutschlandweiter Bedeutung für den Naturschutz sind. Die Veranstalter laden daher die örtliche Bevölkerung und Besucher aus nah und fern herzlich ein mit zu wandern und gemeinsam zu erleben, welchen ökologischen Schatz von nationaler Bedeutung es im Nordsteigerwald zu bewahren gilt. Bundesumweltministerium und Bundesamt für Naturschutz rufen zu einer Wanderaktion zum Thema „Gemeinsam wandern – Vielfalt in Wäldern erleben“ im Zeitraum vom 14. Mai – 26. Juni auf. Schwerpunkttag im Jahr der Wälder 2011 ist der 22. Mai, der „Tag der Biologischen Vielfalt. Die angebotenen Wanderungen werden im offiziellen Veranstaltungskalender des „Wandertages für die Biologische Vielfalt in Wäldern“ und bei „Bayern Tour Natur“ aufgeführt.

 

Zwei naturkundlichen Wanderungen im Landkreis Hassberge

Die Verbände im Freundeskreis veranstalten insgesamt sieben geführte Wanderungen im Nordsteigerwald. Die Rundwanderungen beginnen um 13.00 Uhr (14.00 Uhr) und dauern 1,5 - 3 Stunden. Im Landkreis Hassberge starten 2 Wanderungen um jeweils 13.00 Uhr. Die Wanderung Schlangenweg „Auf verschlungenen Wegen durch Schluchtenwald und Bachtal im Steigerwald“ beginnt um 13.00 Uhr an der Kirche in der Ortsmitte in Zell am Ebersberg und endet gegen 16.00 Uhr. Die Wanderung Wotansborn „Mit der Familie den Wald im Steigerwald entdecken“ ist speziell für Familien mit Kindern geeignet und beginnt um 13.00 Uhr am Wanderparkplatz „Wotansborn“ (ca. 2 km von Fabrikschleichach nach Hundelshausen). Sie endet um ca. 16.00 Uhr.

Fünf weitere Wanderungen im Oberen und Nördlichen Steigerwald

Im Oberen und Nördlichen Steigerwald finden am 22. Mai fünf weitere Wanderungen von Ebrach, Handthal, Neuhausen und Prüßberg aus statt:

·         Wanderung Waldhaus lang/ Ebrach: „Idyllische Weiher und alte Wälder bei Ebrach im Steigerwald“; Treffpunkt: Ebrach, Parkplatz Felsenkellerstraße; Beginn: 13.00 Uhr / Ende: ca. 16.00 Uhr

·         Wanderung Waldhaus kurz/ Ebrach: „Auf bequemen Wegen durch den Handthalgrund bei Ebrach im Steigerwald“; Treffpunkt: Ebrach, Wanderparkplatz am Grillplatz; Beginn: 14.00 Uhr / Ende: ca. 15.30 Uhr

·         Wanderung Stollburg/ Handthal: „Zur Stollburg und auf schattigen Wegen rund um Handthal“; Treffpunkt: Handthal (Oberschwarzach), Wanderparkplatz Stollburg; Beginn: 13.00 Uhr / Ende: ca. 16.00 Uhr

·         Wanderung Kleinengelein/ Neuhausen: „Riesenbuchen in der berühmten Waldabteilung Kleinengelein im Nordsteigerwald“; Treffpunkt: Neuhausen (bei Michelau), Ortsausgang in Richtung Eschenau; Beginn: 13.00 Uhr / Ende: ca. 15.30 Uhr

·         Wanderung Spitalgrund/ Prüßberg: „Auf den Spuren von Bernhard Grzimek durch den Steigerwald“; Treffpunkt: Prüßberg, Parkplatz im Spitalgrund; Beginn: 13.00 Uhr / Ende: ca. 16.00 Uhr

Nähere Informationen zu den Wanderungen gibt es im Informationsbüro Freundeskreis Nationalpark Steigerwald in Ebrach (Tel.: 09553/ 98 90 42, info@freundeskreis-nationalpark-steigerwald.de) und unter www.freundeskreis-nationalpark-steigerwald.de.

Ansprachen bei anschließender Einkehr in Ebrach

Nach den Wanderungen gibt es ab 16.30 Uhr im Historikhotel Klosterbräu in Ebrach die Möglichkeit, den Tag bei Kaffee und Kuchen oder einer Brotzeit ausklingen lassen. Hier wird es noch kurze Ansprachen von dem Bamberger Landrat Dr. Günther Denzler, dem Bürgermeister von Ebrach Max-Dieter Schneider, von Ludwig Sothmann (LBV) und von Hubert Weiger (BN) geben.

BN-Naturwanderführer Unterwegs zum Nationalpark Steigerwald

Naturinteressierte, Waldfreunde und Steigerwaldliebhaber können sich sich auf die Wanderungen einstimmen und dazu den aktuell erschienenen BN-Naturwanderführer Unterwegs zum Nationalpark Steigerwald für 5 Euro im Buchhandel unter der ISBN 978-3-9808986-9-0 erwerben oder direkt bei der Bund Naturschutz GmbH bestellen (Bund Naturschutz Service GmbH, Bahnhof Lauf (links Pegnitz), Eckertstr. 2, 91207 Lauf an der Pegnitz, www.service.bund-naturschutz.de, Tel.: 09123-99957-0, info@service.bund-naturschutz.de).

Der Naturwanderführer Unterwegs zum Nationalpark Steigerwald stellt neun Wanderungen im Oberen und Nördlichen Steigerwald mit ausführlichen, reich bebilderten Tourenbeschreibungen, detaillierte Wanderkarten und einer Übersichtskarte vor. Daneben werden die vielen kleinen und großen naturkundlichen Besonderheiten am Wegesrand beschrieben. Zusätzlich gibt es zu jeder Tour vielfältige Informationen zu Gastronomie und Übernachtungsmöglichkeiten. Ein Informationsteil zum Lebensraum Buchenwälder samt seinen Bewohnern und zum diskutierten Nationalpark Steigerwald runden den Naturwanderführer ab.

Der Nationalparkgedanke im Steigerwald lebt!

Der Bund Naturschutz begrüßt pointierte Meinungen in der Diskussion um den besten Weg, das wertvolle Naturerbe der Buchenwälder im nördlichen Steigerwald zu schützen. Die massiven Vorwürfe, Unterstellungen und Urteile in Form eines Hintergrundberichtes im Fränkischen Tag gegen den Einsatz des Bund Naturschutz für einen Buchenwaldnationalpark auf ausschließlich Staatswaldflächen erfordern allerdings eine fachliche Antwort.

Die Vision eines Nationalparks als Chance für Mensch und Natur im Steigerwald ist weder vom Bund Naturschutz  noch vom Freundeskreis mit seinen vielen  Mitgliedsorganisationen wie vom FT-Autor Günter Flegel behauptet „zu Grabe getragen worden“. Ganz im Gegenteil, der Nationalparkgedanke wächst und gedeiht sowohl in der Region wie in ganz Bayern. Und wir werden nicht müde, für diese faszinierende Idee in der Region mit Argumenten und sachlichen Fakten zu werben, um den von Gegnern geschürten Ängsten im Gespräch zu begegnen. Der Bund Naturschutz mit seinen 174.000 Mitgliedern und den ehrenamtlich Aktiven in den Kreis- und Ortsgruppen in und um den Steigerwald  steht für das Gemeinwohl und nicht für kurzfristige private oder parteipolitische Interessen. Es ist bedauerlich aber gleichzeitig eine  Herausforderung für uns, wenn in dem Hintergrundartikel Analysen und Fakten ausgeblendet  werden, die in der gleichen Zeitung in vielen Artikeln auf hohem Niveau recherchiert und berichtet worden sind.

Selbstverständlich gibt es viele gute Gründe für einen Nationalpark. Unseren Kindern im Herzen Frankens uralte Baumriesen und die ganze Vielfalt der Schöpfung auch in hundert Jahren noch erlebbar zu machen ist für uns sicher der wichtigste. Die in Studien über die Nationalparke in Deutschland vielfach belegten Vorteile für den sanften Tourismus und die Verbesserung der Wirtschaftskraft in der jeweiligen Region sind jedoch ebenfalls gute Argumente, die nicht zu leugnen sind. Der Bund Naturschutz hat diese Fakten erst dargelegt, nachdem Nationalparkkritiker mit dem drohenden Verlust von Arbeitsplätzen und dem Niedergang der Region Schreckensbilder gezeichnet hatten. Wer von den kritisch und nachdenklich eingestellten Bürgern bei den vom Bund Naturschutz angebotenen Reisen in die Nationalparke Hainich und Bayerischer Wald dabei war, konnte sich sein eigenes Urteil im Gespräch mit Bürgermeistern und Bauern bilden. Tatsächlich können sich Urwaldflächen und naturgemäß bewirtschaftete Wälder im gesamten Naturpark Steigerwald bestens ergänzen. Gerade die in Nationalparken besonders geförderte Umweltbildung fasziniert die Menschen und bringt neue interessante Arbeitsplätze. Gerade weil sich der Bund Naturschutz für umweltgerechtes Wirtschaften in allen Bereichen stark macht, dürfen diese Effekte eines Nationalparks nicht verschwiegen werden. Der große Natur- und Tierschützer Bernhard Grzimek, hat diese Wirkungen bei seinem erfolgreichen Einsatz gemeinsam mit dem Bund Naturschutz für einen Nationalpark im Bayerischen Wald vor 40 Jahren ebenso hervorgehoben. Sein Sohn Christian Grzimek, der  in einer 300 Jahre alten Mühle am Fuße des Steigerwaldes in Donnersdorf lebt, bezieht eindeutig Stellung:  „Ein Grund mehr eine Insel der Erholung für Tier und Mensch zu schaffen, den Nationalpark Steigerwald. Nicht nur Industrie schafft Arbeitsplätze sondern auch  Nationalparks. Auf diesem Gebiet sind uns afrikanische Staaten ein Vorbild. Denn wir sind in diesem Bereich dank rückständiger Lokalpolitiker leider immer noch ein Entwicklungsland."

Die vielen Menschen im Steigerwald, die allein im Jahr 2010 bei Führungen des Freundeskreises ihre Heimat neu entdeckt haben und das große Interesse von Besuchergruppen aus ganz Bayern sind für uns Motivation, den Weg beharrlich weiterzugehen. Wer sich von altehrwürdigen Bäumen faszinieren lässt, kann Gelassenheit, Ausdauer und nachhaltiges Denken lernen. Wir sind daher überzeugt, dass ein Nationalpark im nördlichen Steigerwald früher oder später kommen wird.

Hubert Weiger                        Richard Mergner
Landesvorsitzender               Landesbeauftragter

Biologische Vielfalt im Buchenwald

 

 

Neue Presse 20.03.2009 Ausstellung | Landratsamt und Bund Naturschutz ziehen an einem Strang – Biologische Vielfalt wird eindrucksvoll demonstriert Buchenwälder – Erbe und Verpflichtung

Haßfurt – Allzu oft kommt es nicht vor, dass das Landratsamt und der Bund Naturschutz eine gemeinsame Veranstaltung durchführen. Bei einem Thema jedoch ziehen die Behörde und die Umweltschützer an einem Strang: beim Schutz unserer heimischen Buchenwälder. Das wurde am Mittwochabend bei der Eröffnung der Ausstellung „Biologische Vielfalt im Buchenwald“ sowie beim anschließenden Vortrag des Naturfotografen Roland Günter in der Haßfurter Stadthalle überdeutlich.

In seiner Ansprache betonte Landrat Rudolf Handwerker zwar, dass die Veranstaltung „keine Propagandaveranstaltung für oder gegen einen bestimmten Schutzstatus des Steigerwaldes“ sein solle. Und dass es ganz allgemein um die wertvolle biologische Vielfalt in den Buchenmischwäldern gehe. Aber zwischen den Zeilen und in den Diskussionen der gut 50 Gäste klang das heiß diskutierte Topthema Nationalpark doch immer wieder durch.

Der Landkreischef spannte in seiner Rede einen weiten Bogen. Von unseren germanischen Vorfahren, die glaubten, ihr Volk komme aus dem damaligen Urwald und sei von Waldgöttern gezeugt worden, bis zur Romantik mit dem mythischen Märchen von Rotkäppchen. Vom Jagdbann des mittelalterlichen Adels bis zum Waldsterben der 1980er Jahre. Stets waren unsere Wälder tief im Bewusstsein des Volkes verankert.

In seiner Rückschau fand der Handwerker klare Worte. „Unsere wertvollen Naturreservate“, so seine Analyse, „sind nicht durch die liebevolle und nachhaltige Pflege der einheimischen Bevölkerung entstanden.“ Ganz im Gegenteil: Die Fürstentümer wie das Hochstift Würzburg oder die Abtei Ebrach hinderten die Ortsansässigen mit Strafen daran, den herrschaftlichen Wald zu betreten und intensiv zu nutzen. Stichwort: Bannwald. Erst dadurch konnten die heute so wertvollen Waldbestände wachsen.

Die ökologische Seite beleuchtete Dr. Ralf Straußberger, der Waldreferent des Bund Naturschutz Bayern. Nach seinen Ausführungen liegen Deutschland und Bayern heute im Zentrum der Buchenwaldverbreitung. Seine zentrale These: Auch eine naturgemäß ausgerichtete Waldwirtschaft kann – ohne zusätzlichen Schutz – die Artenvielfalt nicht sichern.

Zahlreiche Insekten- und Tierarten wie Grauspecht, Nashornkäfer oder Bechsteinfledermaus, so der Experte, wurden fast ausgerottet, weil „die Bäume in den Wäldern nicht mehr alt werden durften“. Wenn Buchen nach 120 bis 140 Jahren eingeschlagen werden, haben sie gerade mal die Hälfte ihrer natürlichen Lebensspanne erreicht. Nur durch „nutzungsfreie Buchenwälder“ und natürliche Waldentwicklung könne die Artenvielfalt sichergestellt werden.

Der Diplom-Forstwirt untermauerte seinen Vortrag mit eindrucksvollen Vergleichen. Während in Deutschland gerade mal 40 000 Hektar (ha) Buchenwälder unter Vollnaturschutz stehen und sich naturnah entwickeln dürfen, werden jährlich auf dem Staatsgebiet 43 000 ha Fläche für Straßen- und Häuserbau versiegelt. Im Vergleich dazu verhalte sich das vielgescholtene Brasilien fast vorbildlich: Dort stünden 50 Millionen ha Regenwald unter absolutem Schutz. 

Der Waldreferent des Bund Naturschutz, Dr. Ralf Straußberger, beleuchtete die ökologische Situation in den Buchenwäldern und forderte einen umfassenden Schutzstatus. Sein Vortrag „Buchenwälder – unser Naturerbe“ wurde mit viel Beifall bedacht.

 

Rede und Antwort

Haßfurt – Bei der Eröffnung der Ausstellung „Biologische Vielfalt im Buchenwald“ am Dienstagabend im Landratsamt in Haßfurt referierte der Waldreferent des Bund Naturschutz, Dr. Ralf Straußberger (wir berichteten). Der Diplom-Forstwirt aus Nürnberg stand der Neuen Presse im Anschluss an seinen Vortrag noch zum Thema Nationalpark Rede und Antwort. Mit ihm sprach NP-Mitarbeiter Manfred Wagner.

Neue Presse: Wird der Steigerwald als Nationalpark ausgewiesen?

Dr. Straußberger: Ja, da bin ich mir ganz sicher.

Wann wird das nach ihrer Einschätzung sein?

Ich rechne damit, dass das in fünf bis zehn Jahren der Fall sein wird. Die Zeit arbeitet für uns!

Wie kommen Sie zu dieser Prognose?

Die sachlichen Argumente für den Nationalpark werden sich langfristig einfach durchsetzen. Bei den anderen Nationalparks wie den Harz, die Eifel oder dem Kellerwald war es genau das Gleiche: Zuerst gab es riesengroße Kritik und sogar Proteste gegen das Vorhaben – und inzwischen will es niemand mehr missen. Landwirtschaftsminister Dietzel hat in Hessen jahrelang den Nationalpark Kellerwald abgelehnt und ist nun zum großen Befürworter geworden.

Aber sind die Befürchtungen der Bewohner des Steigerwaldes völlig unbegründet?

Nein, man muss die Bedenken und Gegenargumente schon ernst nehmen und sich mit ihnen auseinander setzen. Manches, was behauptet wird, ist allerdings Unsinn. Dazu gehört beispielsweise das angebliche Betretungsverbot. Niemand plant, über den Steigerwald eine Käseglocke zu stülpen. Fakt ist: 80 Prozent des Waldes im Steigerwald und über 90 Prozent des Naturparks wären vom Nationalpark überhaupt nicht betroffen. Wenn auf der restlichen Fläche ein Nationalpark ausgewiesen werden würde, wäre das sehr langfristige Ziel, aus dieser relativ kleinen Fläche 75 Prozent aus der Nutzung herauszunehmen.

Können die Bewohner dann noch Brennholz machen und was ist mit den Arbeitsplätzen?

In bestimmten Bereichen wäre dann der Holzeinschlag natürlich untersagt und bei den Arbeitsplätzen muss man abwägen, wie viele wegfallen und wie viele entstehen. Ich bin überzeugt, dass die hiesige Region unterm Strich auch wirtschaftlich davon profitieren würde. Bestehende Nationalparks sind wahre Jobmotoren: In Beherbergungsgewerbe, Gastronomie, Handwerk und Einzelhandel entstehen viele neue Arbeitsplätze. Ein Beispiel: Wenn man die zusätzliche Kaufkraft durch Nationalparkgäste umrechnet, sind im Nationalpark Bayerischer Wald rund 1000 Jobs entstanden.

Wäre es nicht ausreichend, ein Biosphärenreservat wie in der Rhön zu schaffen?

Ein Biosphärenreservat schließt einen Nationalpark nicht aus. Es wäre durchaus vorstellbar, ein solches Schutzgebiet mit einem Nationalpark im Kernbereich auszuweisen. Das ist kein Entweder–Oder. Der Bund Naturschutz ist auch in dieser Richtung offen und will die Pro- und Contra-Argumente sachlich abwägen. Aber eines ist sicher: Ein Nationalpark ist das bessere Zugpferd.

Roland Günter zeigte Ökosystem Wald in seiner ganzen Vielfalt

Neue Presse 20.03.2009
Naturfotografie | Roland Günter zeigte Ökosystem Wald in seiner ganzen Vielfalt Einblicke in eine verborgene Welt

Von Manfred Wagner

Haßfurt – Da kann es einem kalt den Rücken runter laufen. Wenn die stark behaarte, monsterhafte Spinne ihre grässlichen Fühler ausstreckt und einen gleich aus acht schauderhaften Augen anstarrt, könnte man es mit der Angst zu tun bekommen. Gottlob ist das Ungeheuer in Wirklichkeit wenige Millimeter groß und prangt nur dank der modernen Makro-Fotografie in Plakatgröße an der Großleinwand der Haßfurter Stadthalle. Eigentlich kann man die Bilder des renommierten Naturfotografen Roland Günter nicht beschreiben, man muss sie erleben. Mit seinen faszinierenden Fotos bietet der „Europäische Naturfotograf des Jahres 2008“ absolute optische Leckerbissen. Der in Aachen geborene 46-Jährige arbeitet als Revierförster in Seßlach und betreibt seit fast 20 Jahren biologisch-wissenschaftliche Naturfotografie.

Seine Botschaft: Die ökologischen Zusammenhänge in unserem Ökosystem Wald sind so vielschichtig und komplex, dass die Forschung eigentlich erst am Anfang steht. Viele Insektenarten sind noch gar nicht entdeckt und das verwickelte Zusammenspiel von Parasit und Wirtstier, von Jäger und Beutetier weitgehend unerforscht. Fatal an der jetzigen Entwicklung mit der Vernichtung zahlreicher Lebensarten sei, dass man eigentlich gar nicht wisse, was man alles zerstöre, sagte er bei seiner beeindruckenden Fotoschau am Mittwochabend in Haßfurt.

Um eine Ahnung von der ungeheuren Vielfalt zu bekommen, müsse man sich klarmachen, dass es eine ganze Reihe unterschiedlichster Lebensräume und -systeme im Wald gebe. Ein junger Baum ist etwas ganz anderes als ein alter, ein lebender völlig verschieden von einem toten. Eigentlich, so der Naturkenner, „fängt ein Baum erst richtig zu leben an, wenn er zu sterben beginnt“.

Noch habe die Erde viele Millionen Jahre vor sich, da sei die Episode des Menschen bislang nichts als ein Wimpernschlag, erklärte der freie Mitarbeiter der Zeitschriften GEO und National Geographic. Die eindrucksvolle Lehrstunde für Ökologie, wie BN-Kreisvorsitzender Klaus Mandery den Vortrag Günters nannte, wurde vom Publikum mit lang anhaltendem Applaus bedacht.

Umweltminister Gabriel besucht den Steigerwald

14. August 2008

Bundesumweltminister Gabriel machte sich ein Bild von den Schätzen des Steigerwaldes. Er war beeindruckt von den Baumriesen im Ebracher Wald und sprach von einem der wertvollsten Naturgebiete in ganz Deutschland.

Er plädierte eindringlich an die Verantwortlichen und  die Bürger sich vorbehaltlos an einem Gesprächsforum über die Idee eines Nationalparkes zu beteiligen.

Bund Naturschutz für Frankens ersten Nationalpark

Bund Naturschutz für Frankens ersten Nationalpark

Der Bund Naturschutz (BN) setzt sich schon seit Jahrzehnten für Nationalparke in Bayern ein. Der Nördliche Steigerwald ist nach Ansicht des BN geradezu prädestiniert als erster fränkischer Nationalpark ausgewiesen zu werden, weil er eine Reihe von hervorragenden Eigenheiten aufweist.

Ein größerer Teil des geplanten Nationalparks liegt im Landkreis Haßberge. Weitere Informationen zum aktuellen Verfahrensstand erhalten sie auf der Homepage des "Freundeskreises Nationalpark Steigerwald"

Bund Naturschutz
fordert Rettung der Vielfalt des Lebens!

Über 200 Naturschützer aus ganz Bayern forderten auf der Delegiertenversammlung des Bund Naturschutz (BN) am vergangenen Wochenende in Bamberg in einem einstimmig beschlossenen Leitantrag, dass die Politik für die Erhaltung der Biodiversität, der Vielfalt des Lebendigen auf dieser Welt, endlich handeln muss. Ein Signal wäre der dritte bayerische und erste fränkische Nationalpark im nördlichen Steigerwald, der unser Naturerbe alter artenreicher Buchenwälder sichern würde.

Die Delegierten wählten den Vorstand des Verbandes neu: der Vorsitzende Hubert Weiger wurde mit großer Mehrheit wiedergewählt, ebenso die stellvertretenden Vorsitzenden Doris Tropper und Sebastian Schönauer. Einstimmige Zustimmung gab es für die Haushaltsplanung des mit 171.000 Mitgliedern deutschlandweit größten Landesverbandes im Naturschutz. Mitgliederwachstum und Ausgabendisziplin führten zu einer ausgeglichenen Finanzsituation.

Bambergs Landrat Dr. Günther Denzler begeisterte die Versammlung mit einem eindringlichen Plädoyer für einen Nationalpark im Steigerwald. Er sei eine grandiose Chance für die Region, „ein Traum“, den er gemeinsam mit dem BN verwirklichen möchte. 10.000 ha ausschließlich in Staatsbesitz befindliche Waldflächen sind hervorragend geeignet für den nach dem Bayerischen Wald und Berchtesgaden dritten bayerischen Nationalpark. Allerdings ist die Schaffung eines Nationalparks kein rein kommunalpolitisches Thema. BN-Vorsitzender Hubert Weiger forderte Ministerpräsident Beckstein auf, sich hinter diese Schutzidee zu stellen.

Ein Nationalpark Steigerwald wäre nach Ansicht, des BN ein wichtiger Schritt im Kampf gegen den Klimawandel. „Alte, nicht genutzte Wälder sind die besten CO2-Speicher, die man sich vorstellen kann“, sagte der alte und neue Landesvorsitzende Hubert Weiger. Die Delegierten hatten Weiger am Samstag mit 85 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Deutschland könne nicht nur von anderen Ländern wie Brasilien fordern, Wälder zu erhalten, sagte Weiger. Es müsse auch mehr eigene Waldflächen erhalten, um international glaubwürdig zu bleiben.

Rückfragen
Richard Mergner
Landesbeauftragter
Bund Naturschutz in Bayern e.V.
Tel. 0911-81878-25
Fax 0911-869568
richard.mergner(at)bund-naturschutz.de

Ausstellung "Buchenwälder - unser Naturerbe"

Sonderausstellung
"Buchenwälder - unser Naturerbe"
im Museum der Geschichte in Ebrach

Vom 10.05.2008 - 31.08.2008 kann im Museum der Geschichte Ebrachs, Marktplatz 1 (im Gebäude der JVA Ebrach) täglich von 14.00 - 16.00 Uhr die Ausstellung des Bundes Naturschutz Bayern und des WWF Deutschland „Buchenwälder – unser Naturerbe“ besichtigt werden.

Buchenwälder in allen Altersstadien - ursprünglich die am weitesten verbreitete natürliche Waldgesellschaft Mitteleuropas - sind heute nur noch in wenigen Restbeständen erhalten. Im Vorfeld der UN-Artenschutzkonferenz im Mai 2008 in Bonn wird der ökologische Wert der Buchenwälder und der Beitrag Deutschlands und Bayerns zum Schutz dieser Wälder intensiv diskutiert. Die Ausstellung des Bundes Naturschutz Bayern und des WWF Deutschland „Buchenwälder – unser Naturerbe“ beleuchtet die unterschiedlichen Facetten des Lebensraumes Buchenwald.

Die Ausstellung umfasst 17 Tafeln mit Bild-Motiven aus dem Steigerwald von dem Berufs-Fotografen Thomas Stephan. Die Konzeption für die Ausstellung erstellte der Grafiker Matthias Fanck .

Berichte über den Steigerwald

FT 07.06.2008

Durch Frankens wilde Schluchten

Steigerwald   Der Böhlgrund birgt mit seinem kilometerlangen Bachtal eine der urigsten Landschaften Frankens. Dieses Paradies könnte zur ersten Attraktion eines Nationalparks werden.

Zell am Ebersberg - Die Debatte um den Nationalpark Steigerwald liegt noch in ferner Zukunft, als ich Ende der 90er Jahre eher zufällig durch den Böhlgrund radle. Es wurde ein unvergessliches Erlebnis. Nur einen Steinwurf weit vom dicht besiedelten Maintal hat sich ein Stück Natur so unverfälscht und echt erhalten, dass es dem Rest der Welt wie entrückt scheint.

Der Böhlgrund empfängt den Besucher gleich hinter den letzten Häusern von Zell am Ebersberg. Nichts stört ab hier die natürliche Anmut des Bachtals. Die Zeichen der Zivilisation sind fern, überall herrscht üppig-grüne Fülle, pralles Leben schwelgt in den Hangwäldern.

Bis zu 200 Meter hat sich der Böhlbach zwischen die Abhänge des Großen Knetzbergs und des Böhlbergs bei Fabrikschleichach eingegraben. Sechs Kilometer lang windet sich der Bachlauf mal wild, mal zahm in einem immer wieder von Wiesen gesäumten Tal. Waldeinsamkeit und sagenhafte Ruhe, soweit das Auge schweift. So muss es bei uns im frühen Mittelalter ausgesehen haben, als in Überlieferungen noch von fränkischen Urwäldern die Rede ist.

Was passiert hier in Franken?

Der Bund Naturschutz hat den Böhlgrund am Donnerstag zum Ort einer Pressefahrt gemacht, die an die UN-Artenschutzkonferenz in Bonn anknüpfte und Parallelen zwischen den Regenwäldern in Südamerika und den heimischen Buchenhainen zog.

500 Millionen Euro will Bundeskanzlerin Angela Merkel ab 2013 pro Jahr für die Rettung der Regenwälder ausgeben. Eine noble Geste, gewiss. Aber was passiert in Bayern? Was passiert hier in Franken, wo das flache Land unter Bevölkerungsrückgang leidet, die Immobilienpreise schwinden – je mehr, je weiter die nächste Metropole entfernt liegt? Wo der Tourismus dümpelt und für die Erschließung durch Radwege seit Jahren das Geld fehlt. Auch die Naturparke sind eher ein Teil des Problems als seine Lösung: Sie verhungern am ausgestreckten Arm der Staatsregierung. Allen Widrigkeiten zum Trotz ist der Böhlgrund bis heute ein Juwel geblieben. Doch seine urigen Hangwälder sind ein bedrohtes Paradies. Bis heute gibt es nichts, was diese grüne Seele dem Zugriff der Sägen entziehen könnte, wenn der wirtschaftliche Druck weiter steigen sollte. Nicht das kleinste Schutzgebiet, kein Naturwaldreservat, keine Selbstverpflichtung sichern den Wert dieser im Staatseigentum befindlichen Perle dauerhaft und unzweifelhaft. Dass es sie heute noch gibt, ist der extremen Topographie des schmalen Tals und auch der Bodenständigkeit der hiesigen Förster zu verdanken, die sich in den 70er Jahren dem Diktat der Fichtenwirtschaft widersetzten.

Hubert Weiger, der oberste deutsche Naturschützer, und Georg Sperber, einer der besten Kenner des Gebietes, führen eine Gruppe von Medienleuten und Naturfreunden an diesem feuchtwarmen Junitag durch die schattigen Wälder, die aber nie dunkel sind, weil zwischen den Wipfeln immer wieder die Sonne hindurchblitzt. Steil windet sich der Schlangenpfad nach oben durch die Hänge und Schluchten. Schilfsandstein liegt bloß, der Fels, aus dem der Bamberger Reiter gemacht ist. Ein Vogel schreit. Sperber ahmt den Lockruf der Hohltaube nach, eines typischen Urwaldbewohners. Auch Orchideen fühlen sich hier sichtlich wohl: Am Wegesrand wächst das weiße Waldvögelein. Immer wieder sehen wir üppige Elsbeeren. Andernorts ist dieser Baum zur Seltenheit geworden. Sein extrem hartes Holz bringt auf Auktionen die besten Preise.

300 Jahre auf der Borke

Weil die meisten Lagen im Böhlgrund zu steil für eine industrielle Nutzung sind, haben sich vereinzelt wahre Buchenriesen erhalten. Auf 300 bis 400 Jahre könnte es jenes Exemplar bringen, das sich mit seinen Wurzeln in den Hang der Waldabteilung Heidenschloss krallt. Die Kameras der Journalisten klicken. Der Normalwald in Deutschland sieht anders aus: nur 0,16 Prozent aller Bäume sind älter als 160 Jahre.

Gut möglich, dass auf den Spuren der Fotografen bald noch viel mehr Menschen wandeln werden: „Es gibt einen wachsenden Wildnistourismus“, sagt Hubert Weiger bei der Pressekonferenz im Landgasthof Löbl in Eschenau. „Die Leute suchen nach der heilen Welt.“ Kollege Sperber spricht von 70 gastronomischen Betrieben in der Region. Die 2000 Betten sind mit 25 Prozent eher bescheiden ausgelastet: „Schon eine Verdoppelung dieser Zahlen wäre ein echter Segen.“